Heavyboy

Ich bin in der Stadt aufgewachsen, mein Vater war Mitinhaber eines kleineren (aber sehr effektiven) Inkassobüros. Meine Mutter war Hausfrau. Ich hatte noch eine wesentlich jüngere Schwester.

Mein Leben verlief eingentlich recht geordnet, obwohl meine Eltern sehr unterschiedliche Auffassungen vom Leben hatten. Mein Vater war konservativ und wäre am liebsten aufs Land gezogen. Meine Mutter war progressiv, lebenslustig und schön. Sie liebte das kulturelle Leben der Stadt.

Ich wurde sogar in die Oberschule aufgenommen, was ich meiner Mutter zu verdanken hatte, die sich sehr liebevoll und engagiert um mich und meine Schwester gekümmert hat. Mit einer ebensolchen Hingabe, hat sie auch die Emanzipation der Trolle vertreten, was teilweise zu Verstimmungen mit meinem Vater geführt hat, der ihr Engagement in der Bewegung nicht gut geheissen hat.

Wie gesagt ich wurde in die Oberschule aufgenommen. Wir sind sogar umgezogen, damit ich in eine koedukative Schule aufgenommen wurde, wobei der Anteil der Menschen sehr gering war. Elfen waren gar nicht vertreten, sie sind mir darum bis heute noch nicht so vertraut wie Menschen, Orks und Zwerge. Meine Lieblingsfächer in der Schule waren Sport und Biologie. Meine Problemfächer waren die mathematischen und sprachlichen Fächer.

Bis zu meinem 16. Lebensjahr verlief eigentlich alles ganz gut. Nach einer kurzen Durststrecke im Unternehmen meines Vaters, während der meine Eltern öfter gestritten haben, meistens wegen der Emanzipationsbewegung, blühte das Unternehmen wieder auf. Die Streitigkeiten haben jedoch dazu geführt das meine Mutter sich noch mehr um die Bewegung gekümmert hat, so kam sie in einen kleinen Zirkel der Demonstrationen vorbereitet und durchgeführt hat. Bei einer dieser Kundgebungen kam es jedoch zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Die Lage eskalierte und meine Mutter wurde in dem Tumult durch ein Gummigeschoss tötlich verletzt meine Schwester wurde niedergetrampelt.

Da meine Mutter meinen Vater vorher noch gebeten hatte doch mitzukommen, habe ich meinem Vater die Schuld am Tod meiner Mutter gegeben, obwohl festgestellt wurde, das der Leiter der Sicherheitskräfte die Lage absichtlich eskalieren lies. Nach diesen Ereignissen wurde ich schlechter in der Schule und auch die Geschäfte meines Vaters liefen wieder schlechter, da die Ersparnisse durch die erste Durststrecke aufgebraucht waren, mussten wir in ein anderes Viertel umziehen. Ich wurde dort nur in eine Trollmittelschule aufgenommen. Aufgrund der Unterforderung fing ich an mich in Spielhallen herumzutreiben, statt weiter zur Schule zu gehen. Ich hatte eine Abmachung mit meinem Vater, das ich mich auch um die häuslichen Aufgaben mit kümmere. So konnte ich die Briefe der Schule abfangen und auch den monatlichen Schulscheck einlösen um damit zu spielen.

Ich war im Spiel sogar relativ geschickt und spielte durchaus profitabel, leider wurden dadurch gewisse Leute auf mich aufmerksam. Die ersten Runden habe ich bei diesen Personen auch gewonnen, leider verlor ich darauhin immer öfter. Nach ein paar Monaten waren meine Ersparnisse aufgebraucht. Um die verlorenen Gelder wieder einzuspielen nahm ich Schulden auf. Leider stelle sich auch weiter kein Gewinn ein, so dass ich immer tiefer verschuldet wurde. Nach einer Weile hat einer meiner Gläubiger ein Inkassobüro mit dem Eintreiben meiner Schuld beauftragt.

Das Büro war zufälligerweise das meines Vaters, das inszwischen auch auf Aufträge von Kredithaien angewiesen war, obwohl mein Vater dies eigentlich ablehnte.

Als mein Vater von meinen Schulden erfuhr hat er sich, zu meiner Verwunderung, zu einem Gespräch mit mir zusammengesetzt. Da sehr schnell klar war das ihm eine Ausbezahlung meiner Schulden nicht möglich war und auch schon andere Schuldeneintreiber hinter mir her waren, kam nur eine Flucht in Frage. Bisher hatte man noch keine Verbindung zwischen mir und meinem Vater hergestellen können, so dass ich allein fliehen konnte. Im folgenden habe ich aber immer noch Schriftkontakt mit meinem Vater gehalten und unser Verhältnis hat sich gebessert.

Ich wurde zweimal von Runner aufgespührt, die ich jedoch loswerden konnte.

Die einzige Organisation die mir jetzt noch Schutz bieten konnte war das Militär. In eine Landes- oder Konzerntruppe konnte ich aufgrund der Schulden bzw. des fehlenden Abschluss nicht aufgenommen werden, also ging ich zur Fremdenlegion. Die Legion hat einem grundsätzlich eine neue Vita verpasst. Hier wurde ich zu Milan ???.

Ich wurde einer Trollgruppe zugeteilt. Nach der Grundausbildung sollte ich aufgrund meiner hohen Intelligenz zum Gruppenführer ausgebildet werden. Während der weiterführenden Ausbildung wurden meine Ausbildungskompanie, aufgrund der strengen Trennung in der Legion natürlich eine Trollkompanie, jedoch in reale Gefechte verwickelt. Die Legion hatte sich unbewusst ein streng geheimes Laborgebiet für das Dschungelkampftraining ausgesucht. Da das bisherige Trainingslager wegen Gebietsstreitigkeiten nicht zur Verfügung stand.

Während einer Übung wurden wir von Verteidugungskräften angegriffen. Diese verletzten einige meiner Kameraden schwer. Konnten jedoch von unserer Kompanie im folgenden Kampf vernichtend geschlagen werden. Ich habe mich um die verwundeten Kameraden gekümmert, nachdem wir den ersten Überraschungsangriff abgewehrt hatten.

Aufgrund meines schnellen Eingreifens vor Ort wurde ein sehr schwer verwundeter Kamerad doch noch vom Kompaniearzt gerettet. Da wir das Trainingslager trotz des Angriff ohne Schwund überstanden haben wurden wir belobigt. Ich bekam eine Auszeichnung.

Bisher war es nicht üblich in einer Trollgruppe einen Sanitäter zu haben. Meine Verwendung wurde jedoch noch einmal überdacht und ich kam zu Ausbildung in eine menschliche Sanitätsstaffel. Zurück in meine Einsatzgruppe war ich der erste Sanitäter in einer Trollgruppe. Im folgenden wurden jedoch auch andere Trollgruppen durch Sanitäter verstärkt. Worauf die Schwundquote in den Trollgruppen stark zurückging.

Ich habe diverse Einsätze mitgemacht. Bei diesen Einsätzen wurde die Gruppe öfter durch Spezialisten ergänzt. Bei einer schnellen Informationsbeschaffung mussten wir in einen Konzernkomplex eindringen. Uns wurde ein Zwergdecker zugeordnet. Leider war der Zugangsrechner durch eine Virusfalle gesichert. Der Zwerg konnte uns den Zugang zwar noch öffnen war aber für weitere Aufgaben nicht mehr zu gebrauchen. Dem Elektroniker gelang es immerhin sein Interface von seinen Vitalfunktionen abkoppeln (es herauszureissen), um weiteren Schaden zu verhindern. Ich konnte ihn im folgenden transportfähig stabilisieren. Zu unserer Verwunderung hat er es überlebt. Er konnte sogar wieder ein neues Interface bekommen, wurde im folgenden aber wegen Paranoia entlassen. Der Auftrag wurde von uns doch noch erfolgreich durchgeführt indem wir die Information samt Verarbeitungseinheit aus dem Gebäude mitgenommen haben. Es führte zu großen Verlusten auf der Gegenseite, was so nicht geplant war. Da wir jedoch mit mehr und besseren Informationen zurückkamen wurden wir ausgezeichnet.

Nach diesem Auftrag wurde ich über den Tod meines Vaters informiert. Mir wurde auch ein kleines Erbe ausbezahlt. Meine dritte Auszeichnung und damit die vorzeitige Entlassung aus dem Dienst bekam ich als ich dem Sohn eines hohen Offiziers geholfen habe, der in ein Übungsgefecht geraten war und leicht verletzt wurde.

Ich habe anschließend als Söldner gearbeitet, musste jedoch feststellen das in Söldnertruppen die Spezialfähigkeiten eines Sanitäters nicht besonders gefragt war. Also muss ich mich mit Runneraufträgen über Wasser halten.



Siehe auch bei Nur Ein Clon

shadowrun/heavyboy.txt · Zuletzt geändert: 2011/11/10 22:28 (Externe Bearbeitung)